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Zafira Tourer Wintertest Welche Fahrwerkkonfiguration ist die richtige für den Zafira Tourer mit der Zielvorgabe: komfortorientiert und gleichzeitig überdurchschnittlich agil? In der Praxis eine Frage, mit der wir uns nicht lange aufhielten. Eigentlich war von vornherein klar, dass der „Van der Extraklasse“ vorne die Insignia-Achse mit angepassten Anbindungspunkten und hinten die Wattgestänge-Architektur vom Astra bekommen würde.

Wie ich hier bereits erwähnte, spricht prinzipiell nichts gegen die Verwendung dieser Konstruktion auch in höheren Fahrzeugklassen. Die Verbundlenkerachse mit Wattgestänge eröffnet ganz ähnliche fahrdynamische Potenziale wie die Vierlenker- bzw. die Linked-H-Arm-Achse (4×4) im Insignia, bietet jedoch wertvolle Vorteile in puncto Package. Mit diesem Unterbodenzuschnitt begünstigen wir die herausragende Variabilität des Zafira Tourer. Speziell die klappbaren Rücksitze gehen, wenn man so will, mit auf unser Konto.

Die Chassis-Feinabstimmung war vollkommen unproblematisch. Da stellt sich nach den Erfahrungen, die wir mit dem Astra-Fünftürer, dem Sports Tourer und weiteren Derivaten der so genannten Delta-Baureihe gemacht haben, eine gewisse Routine ein. Um die höhere Hecklast in den Griff zu bekommen, spezifizierten wir für den Zafira Tourer natürlich deutlich rollsteifere Varianten der Wattgestängeachse. Die Rechnung ging auf. Sämtliche Messungen und das Popometer förderten keine Überraschungen zutage. Letzten Endes lässt sich dieses Auto auf einem ähnlich hohen Fahrdynamik- und Komfort-Niveau bewegen wie seine viel gelobten Verwandten.

Wie versprochen möchte ich hier gerne auf eine weitere Schlüsselfrage eingehen, die der Chassistech-Beitrag hervorgerufen hat, nämlich:

Warum gibt es die Verbundlenkerachse mit Wattgestänge nicht im Insignia?

Prinzipiell spricht nichts gegen die Verwendung dieser Hinterachs-Architektur auch in höheren Fahrzeugklassen. Allerdings verträgt sich die Konstruktion nicht mit Allradantrieb. Da kämen sich die Antriebswelle zum hinteren Differential und das quer liegende Torsionsprofil ins Gehege. Intolerable Kompromisse bei Fahrkomfort und Handling wären die Folge.

Was beim Astra hervorragend funktioniert und passt, hätte also beim Insignia einen unverhältnismäßig hohen Aufwand bei zweifelhaftem Nutzen bedeutet. Optionaler Allradantrieb stand ja bei der Insignia-Entwicklung von Anfang an im Pflichtenheft. So war die Wattgestänge-Achse außen vor.

Insignia Sports Tourer Neuer Opel Astra

Stattdessen fiel die Wahl auf eine vollisolierte, so genannte Linked-H-Arm-Achse beim 4×4 und eine Vierlenkerachse beim Fronttriebler. Beide Versionen passen in den identischen Fahrzeugunterbau, was bei einer Wattgestänge-Achse nicht der Fall gewesen wäre.

Dazu kommt das Kriterium Tankgröße: Weil das Kraftstoffreservoir bei einer Verbundlenkerachse zwischen Rücksitz und Torsionsprofil liegt, lassen sich kaum mehr als 60 Liter realisieren – leider ein bisschen knapp für Mittel- und Oberklasse.

Generell gibt es in der Automobilentwicklung nicht die perfekte Allround-Lösung. Wer danach sucht, ist zum Scheitern verurteilt. Uns geht es vielmehr darum, die hochgeschraubten internen Zielvorgaben zu erfüllen. Das ist uns gelungen, mehr noch: Als derzeit einziger Hersteller mit einer Verbundlenker/Wattgestänge-Kombination in der Kompaktklasse geben wir den Ton an. Schauen wir mal – vielleicht sind wir ja Trendsetter.

Opel Astra Testfahrt Opel Astra Prototyp auf der Nordschleife