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Getarnter Innenraum eines Opel Astra Prototypen haben meist nicht nur außen etwas Neues zu verbergen, auch ihr Innenleben gilt es vor neugierigen Blicken zu schützen. Seit drei Jahren betreibt Opel bei neuen Fahrzeugen zusätzlich Innentarnung. „Anlass dafür war der neue Astra, bei dem der komplette Innenraum, die Instrumente, die Mittelkonsole sowie die Türverkleidung neu gestaltet wurden“, erzählt Ludwig Mann. Bei dieser Arbeit geht unser Tarnungs-Experte nach der Do-it-yourself-Methode vor: Handgenähte Kunstleder-Abdeckungen mit Klettverschluss für alles, was blickdicht gemacht werden muss, und Schaumstoffummantelungen für markant hervorstechende Konturen, etwa von Lüfterdüsen.

„Eines aber dürfen wir bei all den Verhüllungsmaßnahmen nicht aus den Augen verlieren: die Sicherheit. Die Funktionstüchtigkeit muss ebenso erfüllt sein wie die Zulassungsbestimmungen“, macht Ludwig Mann eine der großen Herausforderungen bei der Innentarnung deutlich. So sollten Lüftungsdüsen während der Fahrt frei liegen, genau wie die Handbremse oder wichtige Bedienknöpfe, beispielsweise für die Warnblinkanlage. Die Kunstleder-Tarnabdeckungen auf der Mittelkonsole und dem Armaturenbrett lassen sich deshalb mithilfe eines Klettbandes nach oben klappen und fixieren. Für Griffe und Entriegelungen in den Türen sind extra Aussparungen in den Planen vorgesehen. Beim aktuellen Meriva waren zudem die Seitenverkleidungen mit Vorhängen verhüllt – die spezielle FlexDoors-Tarnung lässt grüßen.

Beim Parken heißt die Testfahrer-Devise: Hüllen fallen lassen, Tarnk(l)appen runter, Vorhänge zu!

Zu den vielen Checks, Prüfungen und Versuchen, die wir mit jedem neuen Modell durchführen, gehört auch der Static Air Leakage Test (SALT). Das lässt sich wohl am besten mit Luftleckmessung übersetzen. Und die gehört bei uns zum Standardprogramm am jeweiligen Produktionsstandort. Zusammen mit den Vauxhall-Kollegen unter der Leitung von Richie Moore rückte also das Team unseres Dichtungs-Experten Thomas Stoll dem Sports Tourer in Ellesmere Port auf die Pelle.

Mit SALT finden wir heraus, wie dicht die Rohkarosserie ist und welche Stellen wir uns gegebenenfalls noch mal vorknöpfen müssen. Hintergrund: In puncto Aerodynamik und Aeroakustik sowie Innenraumklima und -komfort erreichen wir die strengen internen Vorgaben nur dann, wenn definierte Strömungsverhältnisse vorherrschen. Leckagen verfälschen die Ergebnisse oder machen gar viele Bemühungen zunichte.

Entsprechend sorgfältig gehen wir bei SALT vor: Die Türen werden durch Plexiglas-Schablonen abgedeckt und alle regulären Luftdurchlässe abgeklebt. Dann pumpen wir Luft mit einem konstanten Druck in die hermetisch verschlossene Karosserie und messen den Luftstrom. Der Radfahrer kennt das vom Schlauchflicken: Das Loch verrät sich durch Blubbern unter Wasser. So erkennen auch die Prüfsensoren, ob, wo und in welchen Mengen der Luftüberdruck aus der Karosserie entweicht.

Der Sports Tourer bestand SALT mit Bravour. Den spätestens seit „Moby Dick“ bekannten Ruf „Wal – da bläst er!“ habe ich in Ellesmere Port nicht vernommen.