Archiv des Tags ‘ecoFLEX’

Wie versprochen möchte ich im zweiten Teil meiner Beitragsserie darauf eingehen, was hinter der Start/Stop-Technik steckt. Grundsätzlich wird das System bei jedem Einschalten der Zündung automatisch aktiviert. Sollte der Fahrer einmal darauf verzichten wollen, kann er es einfach über die „ECO-Taste“ ausschalten.

Um in den Autostop zu kommen, muss der Fahrer bis nahe Stillstand abbremsen, den Leerlauf einlegen und die Kupplung loslassen. Nun schaltet das Start/Stop-System den Motor aus, die Zündung bleibt allerdings an. Befindet man sich im Autostop, steht die Drehzahlnadel auf der „Autostop“-Position.

So simpel das System in der Anwendung, so ausgeklügelt ist die Technik dahinter: Bei der Entwicklung haben wir darauf geachtet, dass die Funktion wirklich alle erdenklichen Alltagssituationen berücksichtigt und für den Fahrer sicher und komfortabel ist. So wird beispielsweise ein Autostop nur bei geschlossener Motorhaube und Fahrertür zugelassen; damit sind Arbeiten im Motorraum bei nicht völlig abgeschaltetem Triebwerk ausgeschlossen. Auch muss im Bremskraftverstärkersystem ein ausreichendes Vakuum vorhanden sein. Aus Komfortgründen wird ein Autostop nur dann zugelassen, wenn der Motor die optimale Betriebstemperatur erreicht hat und das gewünschte Innenraumklima während der Stopphase gehalten werden kann.

Noch mehr Wenn/Dann-Szenarien: Um in einen Autostop zu kommen, darf keine Partikelfilter-Regeneration im Gang sein, die Abgastemperatur muss zwecks Bauteilschutz unter einem bestimmten Grenzwert liegen und die Werte der hochleistungsfähigen AGM-Batterie müssen in Ordnung sein: Deren Ladezustand und Temperatur werden ständig vom Energiemanagement und dem Batterie-Sensor überwacht. Eine Gesamtübersicht der Start/Stop-Logik verdeutlicht die nebenstehende Grafik. Es gibt noch einige besondere Funktionen des Start/Stop-Systems, vor allem im Hinblick auf den Klima-Komfort im Innenraum und das Energiemanagement. Aber dazu mehr in einem der nächsten Beiträge.

Bahnübergang Sie kennen bestimmt die Schilder an Bahnübergängen „Beim Halten – Motor abschalten“ oder „Motor aus – der Umwelt zuliebe“. Diesen Gedanken haben wir Entwicklungsingenieure aufgegriffen und ein komfortables Start/Stop-System entwickelt, das einfach mal abschaltet. Denn: Steht das Auto an der roten Ampel oder an einem Bahnübergang, verbraucht der Motor unnötig Kraftstoff und stößt Abgase aus. In einer kleinen Beitragsreihe im Astra-Blog möchte ich als Entwicklungsingenieur in der Dieselmotorkalibrierung diese Technologie und ihre Vorteile vorstellen.

In der Anwendung ist Start/Stop denkbar einfach: Alles, was der Fahrer tun muss, ist in den Leerlauf schalten und den Fuß von der Kupplung nehmen – schon ist der Motor aus. Zeigt die Ampel grün, einfach den ersten Gang einlegen und losfahren, denn beim Tritt aufs Kupplungspedal startet der Motor automatisch.

Eco-Taste Das Potenzial des starterbasierten Systems, das weitgehend auf vorhandenen Komponenten aufbaut, ist beachtlich. Die Typprüfungswerte für den Astra 1.3 CDTI ecoFLEX mit Start/Stop zeigen das: 3,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer und 104 Gramm CO2 pro Kilometer stehen im kombinierten MVEG-Zyklus zu Buche – rund 5 Prozent weniger als ohne diese Technologie. Dank Start/Stop glänzt auch der Astra Sports Tourer 1.3 CDTI ecoFLEX mit durchschnittlich 4,1 l/100 km und 109 g/km CO2.

Wichtig war uns bei der Entwicklung, dass der Komfort nicht leidet: Während der Autostop-Phase bleibt beispielsweise die Temperaturregelung aktiv und sorgt dafür, dass auch bei längeren Standzeiten alle Passagiere einen kühlen Kopf bewahren. Der stärkere und robustere Anlasser lässt eine sehr kurze Startzeit des Motors zu. So kommt das Opel-Modell mit Start/Stop-System nach einer Autostop-Phase an der Ampel genau so zügig los wie das Fahrzeug, das mit laufendem Motor daneben stand.

Demnächst mehr zum Opel Start/Stop-System, wie es funktioniert, was genau drin ist und viele weitere interessante Informationen.

Opel Astra 1.3 CDTI ecoFLEXDer Astra 1.3 CDTI ecoFLEX ist, wie schon im gleichnamigen Beitrag beschrieben, ein Auto mit der Lizenz zum Sparen. Kurz vor den Osterfeiertagen förderte die Typprüfung folgende „amtliche“ Einzelwerte zutage: innerstädtisch 129 g/km CO2 bzw. 4,9 l/100 km und außerstädtisch 97 g/km bzw. 3,7 l/100 km. Das ergibt im kombinierten MVEG-Zyklus 109 Gramm CO2 je Kilometer, was dem Verbrauch von 4,1 Litern Diesel pro 100 Kilometer entspricht.

Der Zyklus ist ein exakt vorgeschriebenes Fahrprofil mit definierten Schaltpunkten. In insgesamt 1.180 Sekunden läuft der Proband über 780 Sekunden hinweg im City- und 400 Sekunden lang im Überland-Modus. Auch die Rahmenbedingungen sind standardisiert. Zu den reproduzierbaren Konstanten gehören: Fahrzeugvorbereitung (Konditionierung), Zuladung, Starttemperatur, um nur einige zu nennen.

Unsere „konservative“, sprich, vorsichtige Vorab-Angabe, die im September 2009 erstmals kommuniziert wurde, lautete auf 4,2 Liter Gesamtverbrauch. Demgegenüber haben also die maßgeblichen Messungen in den Abgashallen unter Aufsicht des TÜV leichte Verbesserungen ergeben. Besser so als andersrum heißt da die Opel-Devise. Wir lassen uns halt gerne positiv überraschen.

Übrigens hat der Astra ecoFLEX auch bei der Höchstgeschwindigkeit – 175 statt 170 km/h – und bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h – 14,5 statt 14,7 Sekunden – mehr zu bieten als vorab veröffentlicht. Leistung und Drehmoment sind unverändert: Der Euro-5-Common-Rail-Turbodiesel bietet 70 kW/95 PS bei 4.000 min-1 und wuchtet zwischen 1.750 und 3.250 min-1 ordentliche 190 Nm auf die Kurbelwelle.

Diagramm des Fahrzyklus Diagramm des Grundstadtfahrzyklus (Teil 1)

Das Thema CO2 wird immer wichtiger – das Umweltbewusstsein und/oder der geldbeutelgesteuerte Wille zum Kraftstoffsparen sorgen für einen regelrechten Eco-Run. Es ist ja schon lange kein Geheimnis mehr: Auch unser neuer Astra wird als extra verbrauchsgünstiger und emissionsarmer 1.3 CDTI ecoFLEX erhältlich sein.

In dem Maße, wie bei den OPC-Modellen die Performance Priorität hat, werden beim ecoFLEX die Weichen konsequent in Richtung Sparsamkeit gestellt. So gesellt sich zu den innermotorischen Maßnahmen ein reibungsarmes 5-Gang-Getriebe. Dazu gibt es serienmäßig eine Schaltempfehlung – wie beim Insignia ecoFLEX. Aerodynamische Detailoptimierungen am Unterboden, die abgesenkte Karosserie und rollwiderstandsarme Reifen reduzieren die Fahrwiderstände zusätzlich. Ganz neu sind die automatischen Belüftungsregelklappen, wir nennen das Aero-Shutter, unten in der Frontschürze. Damit kommt der Motor schneller und zielgenauer ins ideale Betriebstemperaturfenster. Außerdem sinkt der Luftwiderstand vor allem bei Autobahnfahrten im Teillastbereich.

Alles in allem ein rundes Paket mit der Lizenz zum Sparen. Ehrgeizige Zielvorgabe: unter 110 g/km CO2, was weniger als 4,2 l/100 km Diesel entspricht. Die Typprüfung läuft derzeit in unseren Abgashallen – unter der Aufsicht des wachsamen TÜV.

Eine persönliche Einschätzung vorab: Das Auto fährt sich einwandfrei. Das sage ich, obwohl ich privat rasante Fahrzeuge bevorzuge. Bei der 100-Prozent-Fahrt Taunus – Region Frankfurt – Odenwald notierte ich zufrieden: 1.3 CDTI ecoFLEX – hängt gut am Gas, ordentlicher Durchzug, Gang-Anschlüsse stimmen, 180 km/h auf der Autobahn mühelos erreichbar. Auch am Vibrations- und Geräuschkomfort in allen Betriebssituationen gibt’s nichts auszusetzen.

Opel Astra ecoFLEX - 100-Prozent-Fahrt Opel Astra ecoFLEX - 100-Prozent-Fahrt
Opel Astra ecoFLEX - 100-Prozent-Fahrt Opel Astra ecoFLEX - 100-Prozent-Fahrt