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Was da aussieht wie eine automobile Roadrunner-Interpretation heißt bei uns „dynamische Fremdverschmutzung“ und gehört zum „Dust Intrusion Test“ beziehungsweise zur „Stauberprobung“. Die Szene stammt von unserem südspanischen Versuchsgelände. Auf der rund zwei Kilometer langen Ovalpiste dort muss sich jedes neue Modell in fast allen Motorvarianten bewähren.

Wozu das Ganze? Nun, bei diesen Verfolgungsfahrten geht es uns vor allem darum, die Staubimmunität etwa der Motoransaugung und der Tankentlüftung zu checken. Auch der Karosseriedichtigkeit gilt im Vorfeld des Static Air Leakage Tests unsere gesteigerte Aufmerksamkeit. Wo kommt in solchen Extremsituationen wie viel an? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, erfasst, wiegt und analysiert das Experten-Team um Reiner Weidemann und Karsten Gerdes Schmutzpartikeleinträge an allen möglichen Stellen, beispielsweise im Luftfilterreinluftbereich oder im Gehäuse des Aktivkohlefilters oder auf dem Rücksitz und im Kofferraum. Sollte sich eine „Staubfalle“ herauskristallisieren, sorgen exakt positionierte und dimensionierte Dichtungen oder maßgeschneiderte Ableitkanäle für Abhilfe.

Zum Video: In der Staubfahne des vorauspreschenden Insignia Sports Tourer hält sich in diesem Fall ein Astra 2.0 CDTI. Mindestabstandsgebot verkehrt: Um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, sollten bei Geschwindigkeiten zwischen 85 und 95 km/h drei Fahrzeuglängen nicht überschritten werden.

Das Prüfzeitspektrum reicht von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden. Lustiges Testfahrer-Leben? Naja, an der Maxipackung Staub werden wohl eher Masochisten ihre Freude haben. Und in puncto Materialbelastung sage ich nur: Wenn das mal jemand meinem Privatwagen antut, klopfe ich ihm gehörig auf die Finger.

Zu den vielen Checks, Prüfungen und Versuchen, die wir mit jedem neuen Modell durchführen, gehört auch der Static Air Leakage Test (SALT). Das lässt sich wohl am besten mit Luftleckmessung übersetzen. Und die gehört bei uns zum Standardprogramm am jeweiligen Produktionsstandort. Zusammen mit den Vauxhall-Kollegen unter der Leitung von Richie Moore rückte also das Team unseres Dichtungs-Experten Thomas Stoll dem Sports Tourer in Ellesmere Port auf die Pelle.

Mit SALT finden wir heraus, wie dicht die Rohkarosserie ist und welche Stellen wir uns gegebenenfalls noch mal vorknöpfen müssen. Hintergrund: In puncto Aerodynamik und Aeroakustik sowie Innenraumklima und -komfort erreichen wir die strengen internen Vorgaben nur dann, wenn definierte Strömungsverhältnisse vorherrschen. Leckagen verfälschen die Ergebnisse oder machen gar viele Bemühungen zunichte.

Entsprechend sorgfältig gehen wir bei SALT vor: Die Türen werden durch Plexiglas-Schablonen abgedeckt und alle regulären Luftdurchlässe abgeklebt. Dann pumpen wir Luft mit einem konstanten Druck in die hermetisch verschlossene Karosserie und messen den Luftstrom. Der Radfahrer kennt das vom Schlauchflicken: Das Loch verrät sich durch Blubbern unter Wasser. So erkennen auch die Prüfsensoren, ob, wo und in welchen Mengen der Luftüberdruck aus der Karosserie entweicht.

Der Sports Tourer bestand SALT mit Bravour. Den spätestens seit „Moby Dick“ bekannten Ruf „Wal – da bläst er!“ habe ich in Ellesmere Port nicht vernommen.