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Über Designer kursieren ja viele Vorurteile: Ständig mit dem Zeichenstift hantieren (stimmt), schwarze Klamotten tragen (stimmt häufig), nie ohne iPod aus dem Haus gehen (stimmt manchmal) und sich verwegene Auto-Formen ausdenken, die weder realisier- noch bezahlbar sind (…).

Jetzt aber mal im Ernst: Ganz anders als viele wohl vermuten, ist Design keine „One Man Show“. Vielmehr führt nur das Zusammenspiel verschiedener Kompetenzbereiche zum Ziel. Designer, Modelleure und Ingenieure arbeiten von Beginn an Hand in Hand. Insbesondere die Integration unserer Techniker in die ganz frühe Schaffensphase zeigt, dass die Gestaltung von Automobilen Teamarbeit ist.

Gerade der neue Astra sollte viele teilweise widersprüchliche Anforderungen unter einen Hut bringen. Beispiel: Um ein breites Altersklassen- und Nutzerprofil-Spektrum abzudecken, war ein sportliches Erscheinungsbild ebenso gewünscht wie viel Raum für fünf Personen und Gepäck. Und natürlich galt es, die neuesten Fußgängerschutz-Bestimmungen zu berücksichtigen.

Raumausnutzung war also eins der wesentlichen Gebote. In diesem Sinne steckten die Leute um Lead Designer Marc van der Haegen ständig die Köpfe mit Engineering Coordinator Laszlo Kreth zusammen. Dabei stellte sich dann heraus, ob und wie sich bestimmte Design-Vorstellungen umsetzen beziehungsweise mit definierten funktionalen Anforderungen vereinbaren lassen.

Opel-Designteam neuer Astra Opel-Designteam neuer Astra Opel-Designteam neuer Astra

Uwe Müller im Design-Center „Was gibt’s für Dich als Designer denn groß zu erzählen? Die Form des neuen Astra steht doch schon fest.“ Kollegen, die mich auf meine neue und noch ungewohnte Nebenbeschäftigung als Blogger ansprechen, haben sicherlich Recht. Die Arbeit des Designteams, die vielen Stunden mit Zeichnungen und das Modellieren in Plastilin liegen hinter uns – darüber werde ich noch berichten.

Aber die aktuelle Aufgabe ist nicht minder wichtig: Damit der Astra auch so produziert werden kann, wie wir Designer uns das vorstellen, gilt es, gemeinsam mit den Fertigungsspezialisten und Zulieferern an der konkreten Umsetzung zu arbeiten.

Schließlich soll das neue Fahrzeug in Top-Qualität – wir Designer haben hier vor allem die Anmutung im Auge – auf die Straße kommen. Das „Fit und Finish“ der einzelnen Komponenten und die Passungen von Leuchten und Karosserieteilen stehen im Mittelpunkt. Wir haben beim Insignia bereits wahnsinnige Fortschritte gemacht und der neue Astra wird dem in nichts nachstehen.