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Auch Testfahrer sind nicht vor Bagatellen gefeit. Hier, bitteschön, mein jüngstes Erlebnis der Kategorie „Dumm gelaufen“. Tatort: Hotel-Tiefgarage in Sitges. Ich bin in Eile. Um mich herum läuft alles planmäßig. Seit 7:40 Uhr steht die 99-Prozent-Fahrt-Kolonne an der Ausfahrt. Die mit den Fingern auf dem Lenkrad trommelnden Kollegen warten wohl nur auf mich. „Schon mal was von Frühstück gehört?“ schießt es mir durch den Kopf. Also, hopp in den Zafira PPV , Gang rein und mit bangem Blick Richtung Bordfunk ab durch die Mitte.

„Rumms, Knirsch“ lautet die Quittung für meinen unangemessenen Lenkeinschlag. Die Fahrertür zog gegen einen der im Überfluss vorhandenen Garagenpfeiler den Kürzeren. Obwohl der Schaden schnell behoben ist – zwei gezielte Hiebe und die Delle ploppt weg – muss ich mir an dem Tag noch so einiges anhören. Am originellsten finde ich den Vorschlag, ein Inserat aufzugeben:
„Auspark-Assistent gesucht“.

Zafira in der Hotel-Tiefgarage in Sitges Zafira in der Hotel-Tiefgarage in Sitges

Zafira Testfahrt in Spanien Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns – drei Tage Regen am Stück und sehr durchwachsene Temperaturen sind im Nordosten Spaniens um diese Jahreszeit eher untypisch. So fiel der Scheibenwischer-Test bei dieser 99-Prozent-Fahrt besonders umfangreich aus…

Unserem Fahrtleiter Dieter Schindel kann man nun wirklich keinen Vorwurf machen. Schließlich war die abwechslungsreiche Strecke in der hügeligen Landschaft Kataloniens rund um Sitges bestens für unsere Zwecke geeignet. 14 Mann hoch kamen wir aus dem feuchtkalten Rüsselsheim, um mit dem Zafira der dritten Generation den vorletzten Rundum-Check zu absolvieren.

Zafira Testfahrt in Spanien Schon der Auftakt auf dem Testgelände Idiada war, sagen wir: speziell. Kaum hatte sich das Team zur Vorabstimmung im Besprechungsraum eingefunden, ging’s in der Nachbar-Box los. Wir wissen nicht, welches Programm die Ferrari-Jungs da abarbeiteten. Laut Klangerlebnis gibt’s bald eine Variante mit extra scharfen Nockenwellen. Als dann noch die Freunde von Aston Martin in das F(errari)-Dur-Konzert einstimmten, war das für uns das Signal zum Aufbruch.

Zafira Testfahrt in Spanien
Zu unserem 99-Prozent-Tross gehörten zwei 2.0 CDTI und jeweils ein 1.4 Turbo mit Schaltgetriebe und Automatik. Als Referenzmodelle hatten wir einen Ford Grand C-Max und einen VW Touran dabei. Ich achtete wie immer auf die Fahrbarkeit – Reaktion auf Pedalbefehle, Lastwechsel, Ganganschlüsse, Kupplungskräfte usw. – während Veli Yilmazer (nach abgeklungenem Ferrari-Tinnitus) ins Auto hineinhorchte. Als Mitglied der Akustik-Gruppe, die mein Blogger-Kollege Bernd Winter leitet, wendet Veli einen ganz eigenen Wortschatz an. Wer da mitreden will, sollte schon wissen, was „hissen“, „chuffen“ oder „rear end rush“ bedeutet. Eine wichtige Erkenntnis der feuchten Spanien-Tour: Hinter die klassischen Noise & Vibration-Punkte „Motorkapselung“ und „Stirnwandisolierung“ können wir ein Häkchen machen.

Zafira Testfahrt in Spanien Zafira Testfahrt in Spanien

Opel Astra Sports Tourer 99-Prozent-FahrtVor wenigen Tagen rückten wir unter dem Kommando von Fahrtleiter Dieter Schindel, wie immer im Zafira unterwegs, zur 99-Prozent-Tour mit dem Astra Sports Tourer aus. Bei diesem vorletzten Engineering-Check nahmen die Kollegen aus verschiedenen Disziplinen, darunter auch mein Blogger-Kollege Bernd Winter, den Vorserien-Kombi kritisch unter die Lupe. Neben dem „allgemeinen Fahrzeugeindruck“ standen die Kofferraumnutzbarkeit, der Antrieb, Akustik und Fahrkomfort sowie die Chassisabstimmung zur Bewertung an.

Opel Astra Sports Tourer 99-Prozent-FahrtUns standen der Sports Tourer 1.4 und der 1.6 Turbo zur Verfügung. Als Referenzmodelle hatten wir einen Astra H Caravan 1.4 TWINPORT, den Ford Focus Turnier 1.6, Skoda Octavia Combi 1.8 TSI und einen VW Golf Variant 2.0 TDI dabei.

Dieter Schindel ließ sich in puncto Streckenwahl mal wieder nicht lumpen: Autobahnanteile, Ortsdurchfahrten und verschlängelte Landstraßen – von allem etwas und alles vom Feinsten, eingebettet in die schöne pfälzische und rheinhessische Landschaft.

In den Kurven, besser gesagt: Serpentinen, hatte ich diesmal mein Aha-Erlebnis. Dazu muss ich vorausschicken: Als Performance-Mann bin ich ein exzellenter Geradeausfahrer ;-) , querdynamische Höchstleistungen überlasse ich lieber Michael Harder & Co.

Opel Astra Sports Tourer 99-Prozent-FahrtNun, auf den vielen Windungen von der Autobahn runter nach Bacharach wollte ich im Caravan den Faden zum vor mir wedelnden ST 1.6 Turbo nicht abreißen lassen. Es kam, wie es kommen musste: In einer Ecke war ich viel zu schnell – Untersteuern. Dann hab ich das gemacht, was wohl jeder in der Situation automatisch macht: Fuß vom Gas und auf die Bremse. Ganz brav drehte der gute Caravan mit dem Heck ein und war wieder auf Linie. Ein bisschen Gummi und ein paar Nerven blieben auf der Strecke – alles halb so schlimm. Das meinte nachher auch ein Kollege: Ich sei ja wohl noch nicht mal im ESP-Regelbereich gewesen.

Von dem Sports Tourer war nach der Aktion übrigens weit und breit nichts mehr zu sehen. Der fuhr in aller Ruhe zwei Kehren vor mir seinen Stiefel runter. Da merkt man halt schon, dass der neue Astra eine Generation weiter ist. Glückwunsch an das Chassis-Team!

Opel Astra Sports Tourer 99-Prozent-Fahrt Opel Astra Sports Tourer 99-Prozent-Fahrt

Nach dem 1,6-Liter-Sauger hier noch ein Video von der Fahrt im neuen Astra mit 1.6 Turbobenziner. Die gefahrenen Geschwindigkeiten waren durchweg höher, dank der breiteren Reifen auch in den Kurven.

Wie im vorigen Beitrag erwähnt, packte ich zum Abschluss der 99-Prozent-Fahrt auf unserem Testgelände in Pferdsfeld die Gelegenheit beim Schopf: Auf dem „heißen Sitz“ neben Chassis-Experte Michael Harder lernte ich den physikalischen Grenzbereich des Astra mit 1,6-Liter-Saugbenziner etwas näher kennen.

Für Michael, der Pferdsfeld wie seine Westentasche kennt, ist das alles nichts Besonderes. Der behält jederzeit die Kontrolle und achtet auch in Extremsituationen auf die fahrwerktechnischen Feinheiten. Ich fühlte mich jedenfalls an seiner Seite gut aufgehoben – sicher auch ein Verdienst des Astra.

Besonders viel Vertrauen war gefragt, als Michael bei Höchsttempo auf der Start- und Landebahn ein Ausweichmanöver simulierte.

Dieser Tage absolvierte unser Ingenieurteam die so genannte 99-Prozent-Fahrt mit dem neuen Astra. Wie schon der Name erahnen lässt, werden dabei die Prototypen vor dem finalen Freigabe-Check quasi zum vorletzten Mal beurteilt. Mit im Testkonvoi waren dabei auch aktuelle Astra und Wettbewerber. So können wir im direkten Vergleich die Qualitäten unseres Neulings noch besser einordnen.

Jetzt im Anschluss stürzen sich die Entwicklungsgruppen auf die Erkenntnisse, die wir gewonnen haben. Alles Kleinigkeiten, die noch eines gewissen Feinschliffs bedürfen. Bei der abschließenden großen Erprobungsfahrt, sinnigerweise 100-Prozent-Fahrt genannt, sollte dann alles sitzen.

Absolutes Highlight und gleichzeitig programmgemäßer Schlusspunkt der 99-Prozent-Fahrt war die Fahrleistungs- und Handling-Prüfung auf unserem Testgelände in Pferdsfeld. Der ehemalige Militärflugplatz erlaubt Manöver, die wir auf öffentlichen Straßen niemals durchführen würden. Ich habe als Beifahrer die Videokamera mitlaufen lassen. Der Streifen wird im Mittelpunkt des nächsten Blog-Beitrags stehen.

Prototyp des neuen Opel Astra auf der 99-Prozent-Fahrt Prototyp des neuen Opel Astra auf der 99-Prozent-Fahrt