Wie entsteht eigentlich ein Auto wie der neue Astra GTC? Sitzen die Designer im Elfenbeinturm und arbeiten entrückt vor sich hin? Weit gefehlt. Design ist Teamarbeit – Werkstattatmosphäre im Studio. Immer mit dabei: eine „Best of David Bowie“-CD.
Wie ich darauf komme? Nun, in unserem GTC-Magazin, das wir zur Pressevorstellung auf Mallorca produzierten, gewähren Malcolm Ward, Uwe Müller, Andrew Dyson, Darren Luke und Marc van der Haegen einen Blick hinter die Kulissen. Beim Fototermin setzten sie sich und ihr Baby gekonnt in Szene. Viel Spaß bei unserem Making-of.
Wir legen jetzt eine kreative Pause ein. Bis zum 2. Januar ruht der Blog, die Kommentarfunktion ist geschlossen. Wir danken unseren Lesern ebenso wie den Bloggern für den regen Informations- und Gedankenaustausch in diesem Jahr und wünschen erholsame Feiertage.
Freut mich, dass die Nordschleifen-Tour mit dem neuen Astra GTC auf so viel Gegenliebe stieß. Solche direkten Rückmeldungen hat man ja im „normalen“ Testalltag kaum. Ab und zu wird „Fritz“ neben mir festgeschnallt. Das ist ein 75 Kilogramm schwerer torsoförmiger Wassertornister, der die Beifahrermasse repräsentiert. Bis auf einige Gluckergeräusche verhält der sich vollkommen ruhig und zeigt sich stets absolut nordschleifenfest.
Übrigens: Rundenzeiten sind bei unseren Industriepool-Testfahrten quasi irrelevant – selbst mit einem so sportlichen Kandidaten wie dem GTC. Natürlich macht es Spaß, auf dem Nürburgring die Limits auszuloten. Und natürlich registriere ich mit Genugtuung, dass die stärker motorisierten Boliden anderer Marken in besonders anspruchsvollen Passagen wie „Hatzenbach“, „Wippermann“ oder „Galgenkopf“ kein Land gewinnen.
Absolute Priorität haben jedoch Feinabstimmung und Validierung. Unsere vornehmste Aufgabe ist es, das Auto so weit zu bringen, dass es im physikalischen Grenzbereich gutmütig, berechenbar und damit auch beherrschbar bleibt. Dafür bietet die Nordschleife mit ihren zig Kurven- und Fahrbahnbelag-Variationen ideale Voraussetzungen.
Bei unseren Prüffahrten schießen wir regelmäßig übers Ziel hinaus, mit voller Absicht. Wir verpassen die Ideallinie, verreißen die Lenkung, geben Gas oder bremsen zur Unzeit – kurz: wir machen Fahrfehler und stellen so kritische, praxisnahe Situationen auf der Landstraße oder Autobahn nach. Mit diesen 105-Prozent-Einlagen lassen sich die Sicherheitsreserven unserer Fahrwerke überprüfen.
Bereits in frühen Entwicklungsphasen sorgen wir gemäß Opel-Philosophie dafür, dass die Basis stimmt. Das heißt, das mechanische Eigenlenkverhalten des Wagens muss einwandfrei sein. Dann kann ich wie bei den Filmaufnahmen bedenkenlos „ESP off“ schalten, was man als Laie natürlich nicht tun sollte.
Wenn ich nach einer Runde in der „Grünen Hölle“ zum Test Center im Gewerbegebiet an der „Döttinger Höhe“ zurückkomme, erwarten die Kollegen klare, verwertbare Aus- und Ansagen. Idealerweise habe ich dann schon eine Idee, wie sich die geprüfte Komponente oder Konfiguration weiter optimieren lässt. Beim Astra GTC fiel mir dazu am Ende nichts mehr ein .
Mit dem neuen Astra GTC in die „Grüne Hölle“ – ein kleiner Schritt für die Opel-Fahrwerkexperten, ein großer Schritt für Blog-Mitarbeiter. „Das kriegen wir schon hin. Kommt einfach am Dienstag zum Test Center Nürburgring“, schlägt Testfahrer Martin Westenberger vor. „In der Woche läuft auch die Validierung der GTC-PPV.“ Da lassen wir uns doch nicht zweimal bitten. Helm auf, anschnallen, los geht’s. Hier der (Bei)Fahrbericht der Nordschleifen-Novizin Bernadette Winter:
„Das ESP schalten wir aus, wir wollen ja schließlich das Eigenlenkverhalten des GTC beurteilen“, meint Martin Westenberger lapidar. Sein Druck auf die ESP-Taste ist für mich das Startsignal zum Luftanhalten, denn die Beschleunigung des 1.6er Turbo mit 180 PS gleicht der einer Achterbahn. Die G-Kraft drückt mich in den Sitz, gleich in der ersten Kurve am Hatzenbach schlägt mein Kopf mit dem schweren Helm gegen den Türholm. Zum Glück geben die Sportsitze Halt.
An der ersten Sprungkuppe Richtung Flugplatz hüpfe ich wie ein Gummiball auf und ab. Schon irgendwie peinlich, ich sollte meine Gliedmaßen besser beherrschen. Festhalten oder nicht? Das ist die alles entscheidende Frage – aber der „Angstgriff“ ist mir dann doch zu unangenehm. Nach dem ersten Kilometer weiß ich: Die Kniescheiben taugen auch nicht als Anker.
Während ich noch ringe und grüble, fliegt draußen die Landschaft vorbei. Drinnen erläutert der Entwicklungsingenieur für Fahrdynamik seelenruhig wie ein Touristenführer die Highlights. Das ist seine 451. Runde in der „Grünen Hölle“ – Martin Westenberger führt exakt Buch. Trotzdem, im Schlaf geht auf dieser Strecke nichts. Zu den größten Herausforderungen gehört das Schwedenkreuz: „Die schnelle Links ist ziemlich anspruchsvoll, ebenso spektakulär wie gefährlich.“ Etwa 100 Runden benötige ein Fahrer, um die Strecke gut genug zu kennen und sich voll auf das Auto konzentrieren zu können. Egal, wie sicher er privat fährt – bevor ein Opel-Ingenieur auf der Nordschleife testen darf, muss er eine anspruchsvolle Prüfung ablegen. Gut zu wissen.
Mein Blick fällt auf die digitale Tachoanzeige, die fröhlich in die Höhe schnellt. Ich muss schlucken, mein Hals ist auf einmal ganz trocken. „Das ist der Adenauer Forst“, höre ich da die Stimme aus dem Off. „Hier stehen während der Touristenfahrten immer viele Zuschauer, weil Unkundige gerne mal geradeaus über die Wiese in die Bande brettern.“ Ich nehme kaum noch etwas wahr, in meinen Ohren rauscht das Adrenalin. Viel zu schnell liegen die rund 21 Kilometer hinter uns. Beim Aussteigen wackeln mir die Knie, aber eins steht fest: Mein erstes Mal auf der Nordschleife – höllisch gut.
Der Astra GTC lockte, Auto-Blogger und Opel-Fans kamen. Mit ihnen auch unsere beiden Los-Gewinner „didi“ und „Markus I.“, die wir vergangenen Freitag zur Vorbesichtigung nach Rüsselsheim geladen hatten. Hier die Eindrücke von didi:
Als ich mich dem Adam-Opel-Haus nähere, steigt die Spannung. Wohl auch wegen der drei Ampera, die davor gerade geladen werden…;o) Aber um den innovativen „Elektro-Hobel“ soll es hier und heute ja nicht gehen. Natürlich sind mir gefleckte Opel-Fahrzeuge oder sonstige Erlkönige hier im Heimat-Revier nicht fremd. Trotzdem ist es immer wieder aufregend, solche Geheimnisträger zu erleben. Diesmal darf das Objekt der Begierde ja in Ruhe begutachtet werden, von lästiger Tarnung befreit.
Zwei Kompaktsportler präsentieren sich im „Opel Forum“ unter freiem Himmel, einer von beiden fahrbereit und seriennah. Gleich zu Beginn ein Höhepunkt der Veranstaltung: Opel-Designchef Mark Adams erklärt uns „sein“ Baby. Dabei legt er großen Wert auf den „Nine-Eleven-Effect“, denn der satt-breite Heckschwung des gleichnamigen Porsche-Modells lässt sich auch beim GTC nachvollziehen. Das ist schon ein „potenter“ Bolide: mit breiten 20-Zöllern, dickem Auspuff, noch a bisserl tiefer…
Der Blick unter die Haube bzw. auf den Drehzahlmesser verrät: Es ist „nur“ ein Diesel. Aber da wird sich noch manch einer wundern, was ihm mit gut 165 PS um die Ohren fährt und anschließend nur noch von hinten sichtbar ist. Im Cockpit steckt viel Fünftürer, es sind aber neue Features dazugekommen wie zum Beispiel Start/Stop-Automatik oder Spur-Assistent.
Zum Greifen nah liegt der Zündschlüssel in der Mittelkonsole… Ich bleibe aber standhaft, denn erstens ist der Aktionsradius im Innenhof begrenzt und zweitens will ich meinen fleißig knipsenden Mitstreitern nicht ihr Spielzeug wegnehmen. ;o).
„Selbstbewusst, dynamisch und mit klaren, plakativen Botschaften.“ – So fasst unser neuer Director Brand Marketing Tomás Caetano zusammen, was ab sofort den Opel-Markenauftritt auszeichnet. Wesentliche Elemente – siehe „Sunstrip“ ganz oben – halten auch bei uns im Blog Einzug. Erstmals sichtbar wird die neue Kundenansprache in einer internationalen Werbekampagne zum Opel Insignia (Motto: „Das beste Auto, das wir je gebaut haben.“), die in Deutschland am 28. Mai startet. Sie wird in 36 Ländern zu sehen sein und nutzt die vielfältigsten Kanäle, darunter TV, Print, Online, Handelsmarketing und Dialogmarketing.
Das frische Kommunikationsdesign hat Opel gemeinsam mit dem neuen Agentur-Partner Scholz & Friends entwickelt. Es soll mehr Aufmerksamkeit erzeugen und mit deutlichen Akzenten die Menschen direkter ansprechen. Im Fokus stehen die technischen Innovationen der Marke und deren Vorteile für den Kunden – das haben sich unsere Blog-Leser ja auch schon häufig gewünscht. „Die Werbeinhalte sollen genauso unmittelbar wie verbindlich wirken und wir wollen konkrete Antworten auf die realen Bedürfnisse moderner Menschen liefern“, erklärt mir Tomás Caetano. Letztlich geht es darum, die Marke Opel als Brücke zwischen Produkt und Konsument, also Autos und Kunden, zu stärken.
Zu den prägenden grafischen Stilmitteln des neuen Kommunikationsdesigns zählen der gezielte Einsatz der Hausschrift „Opel Sans Condensed“, unter anderem im Schriftschnitt „Extra Bold“ und Versalien, sowie eine Farbsprache, die sich auf die Opel-Standardtöne Gelb, Schwarz und Weiß konzentriert. Gleichzeitig bleiben der Claim „Wir leben Autos“, das Logo und die Markeninhalte ganz bewusst unverändert. „Wir reden hier also nicht über ein komplett neues Corporate Design – und schon gar nicht über eine neue Corporate Identity, wozu weitaus mehr gehören würde“, bekräftigt Caetano.
Wir zeigen hier den internationalen Spot. Die deutsche Variante wird ab 28. Mai zu sehen sein.
Frisches Futter für alle Kompaktcoupé-Fans: Um die Wartezeit bis zur Premiere des Opel GTC am 15. September auf der IAA zu verkürzen, zeigen wir erste „Aufnahmen“ des sportlichen Dreitürers in virtueller Umgebung. Für die realen Testfahrzeuge läuft gerade die finale Validierungsphase. Am 7. Juni ist es dann so weit: Pünktlich zum Bestellstart gibt’s alle Infos, von Motoren bis zum Preis.
Während sich meine Chassis-Kollegen und für drei Tage auch das Team um Markus Hofmann in Idiada tummelten, hielt ich die Stellung am Polarkreis – begleitet von einem kleinen Kreis von Motorjournalisten. Diese hatten die Gelegenheit, uns bei letzten Abstimmungsfahrten, so genannten validation drives, mit getarnten IV und PPV zu begleiten.
Schon auf der Landstraße vom Flughafen Arvidsjaur zur Zuchteisfläche von Arjeplog war klar: Die Journalisten wollten den Zafira auf Herz und Nieren testen – Praxis statt grauer Theorie. Das sollten sie haben. Schließlich galt es, das Feintuning der elektronischen Fahrdynamikregelung zu überprüfen. Da ließ es sich unsere Entwicklungschefin Rita Forst nicht nehmen, einige Runden auf dem Eis zu drehen.
Das ABS/ESP-Steuermodul „MK60EC“ von Conti, das im Zafira zum Einsatz kommt, verfügt über zahlreiche Assistenten, die alle in einem Bauteil integriert sind. Dazu zählen die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC), die Traktionskontrolle (TC), der Notbremsassistent, die Berganfahrhilfe (Hill Start Assist, HSA) sowie das Anhänger-Stabilitätsprogramm (Trailer Stability Assist, TSA). Unser Augenmerk lag auch auf der Funktion „aktiver Überrollschutz“, gelten doch beim Zafira mit seinem naturgemäß höheren Schwerpunkt andere Gesetzmäßigkeiten als bei einer Limousine. Insgesamt wertet das MK60EC 100mal pro Sekunde bis zu 4.000 Variablen aus – genug Datenmaterial für exaktes Feintuning, das wir (fast) in Echtzeit zwischen Spanien und Schweden austauschen.
Das Fazit der Journalisten fiel eindeutig aus: Der neue Zafira macht Laune – nicht zuletzt auf Schnee und Eis. Besonders die Stabilität in Kurven und das sehr gute, neutrale Lenkverhalten fanden Anklang. Bei deaktiviertem ESP gab’s dann auch noch ein paar Drift-Einlagen auf Eis …
Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns – drei Tage Regen am Stück und sehr durchwachsene Temperaturen sind im Nordosten Spaniens um diese Jahreszeit eher untypisch. So fiel der Scheibenwischer-Test bei dieser 99-Prozent-Fahrt besonders umfangreich aus…
Unserem Fahrtleiter Dieter Schindel kann man nun wirklich keinen Vorwurf machen. Schließlich war die abwechslungsreiche Strecke in der hügeligen Landschaft Kataloniens rund um Sitges bestens für unsere Zwecke geeignet. 14 Mann hoch kamen wir aus dem feuchtkalten Rüsselsheim, um mit dem Zafira der dritten Generation den vorletzten Rundum-Check zu absolvieren.
Schon der Auftakt auf dem Testgelände Idiada war, sagen wir: speziell. Kaum hatte sich das Team zur Vorabstimmung im Besprechungsraum eingefunden, ging’s in der Nachbar-Box los. Wir wissen nicht, welches Programm die Ferrari-Jungs da abarbeiteten. Laut Klangerlebnis gibt’s bald eine Variante mit extra scharfen Nockenwellen. Als dann noch die Freunde von Aston Martin in das F(errari)-Dur-Konzert einstimmten, war das für uns das Signal zum Aufbruch.
Zu unserem 99-Prozent-Tross gehörten zwei 2.0 CDTI und jeweils ein 1.4 Turbo mit Schaltgetriebe und Automatik. Als Referenzmodelle hatten wir einen Ford Grand C-Max und einen VW Touran dabei. Ich achtete wie immer auf die Fahrbarkeit – Reaktion auf Pedalbefehle, Lastwechsel, Ganganschlüsse, Kupplungskräfte usw. – während Veli Yilmazer (nach abgeklungenem Ferrari-Tinnitus) ins Auto hineinhorchte. Als Mitglied der Akustik-Gruppe, die mein Blogger-Kollege Bernd Winter leitet, wendet Veli einen ganz eigenen Wortschatz an. Wer da mitreden will, sollte schon wissen, was „hissen“, „chuffen“ oder „rear end rush“ bedeutet. Eine wichtige Erkenntnis der feuchten Spanien-Tour: Hinter die klassischen Noise & Vibration-Punkte „Motorkapselung“ und „Stirnwandisolierung“ können wir ein Häkchen machen.
„Kinder, seid ihr groß geworden…“ Gerade erst sind meine (Fahrwerks-)„Babys“ Astra und Astra Sports Tourer den Kinderschuhen entwachsen, da erblickt schon der nächste Sprössling das Licht der Welt: der Zafira. In der neuen Generation kommt eine vom Insignia abgeleitete Vorderachse in Kombination mit der Astra-Hinterachse zum Einsatz. Der Verbund-lenkerachse mit Watt-Gestänge haben wir auch im Zafira den Vorzug vor einer Mehrlenkerkonstruktion gegeben. In einem Siebensitzer mit versenkbarer dritter Sitzreihe ist die kompaktere (und leichtere) Bauweise Gold wert. Und dank Watt- Gestänge kommen auch Handling (Querstabilität in Kurven) und Fahrkomfort nicht zu kurz.
Wie beim Astra auch, sind wir von November bis März mit unseren Zafira-Prototypen sowohl im schwedischen Arjeplog als auch gut 5.000 Kilometer weiter südlich im spanischen Idiada unterwegs. So können wir parallel unsere Testdaten auf Hochreibwert (trockener Asphalt) und Niedrigreibwert (Schnee) vergleichen und das Feintuning von mechanischen und elektronischen Fahrwerkskomponenten vorantreiben. Mehr zum Zafira auf Schnee in meinem nächsten Beitrag.
Entspannung, Wohlfühlatmosphäre, angenehme Musik, gedämpftes Licht – Dinge, die man gemeinhin eher mit einer Hotel-Lounge als mit einem Auto assoziiert. „Genau diese Idee haben wir auf den Zafira Tourer Concept übertragen“, erklärte Opel-Designchef Mark Adams bei der Pressekonferenz auf dem Genfer Automobilsalon. Die „Lounge auf Rädern“ gibt schon jetzt einen Vorgeschmack auf den Zafira der Zukunft: Großzügiges Platzangebot, hochwertiger Innenraum und nicht zu vergessen das Gewand im neuen Opel-Design.