Monatsarchiv für April 2010

Zu den vielen Checks, Prüfungen und Versuchen, die wir mit jedem neuen Modell durchführen, gehört auch der Static Air Leakage Test (SALT). Das lässt sich wohl am besten mit Luftleckmessung übersetzen. Und die gehört bei uns zum Standardprogramm am jeweiligen Produktionsstandort. Zusammen mit den Vauxhall-Kollegen unter der Leitung von Richie Moore rückte also das Team unseres Dichtungs-Experten Thomas Stoll dem Sports Tourer in Ellesmere Port auf die Pelle.

Mit SALT finden wir heraus, wie dicht die Rohkarosserie ist und welche Stellen wir uns gegebenenfalls noch mal vorknöpfen müssen. Hintergrund: In puncto Aerodynamik und Aeroakustik sowie Innenraumklima und -komfort erreichen wir die strengen internen Vorgaben nur dann, wenn definierte Strömungsverhältnisse vorherrschen. Leckagen verfälschen die Ergebnisse oder machen gar viele Bemühungen zunichte.

Entsprechend sorgfältig gehen wir bei SALT vor: Die Türen werden durch Plexiglas-Schablonen abgedeckt und alle regulären Luftdurchlässe abgeklebt. Dann pumpen wir Luft mit einem konstanten Druck in die hermetisch verschlossene Karosserie und messen den Luftstrom. Der Radfahrer kennt das vom Schlauchflicken: Das Loch verrät sich durch Blubbern unter Wasser. So erkennen auch die Prüfsensoren, ob, wo und in welchen Mengen der Luftüberdruck aus der Karosserie entweicht.

Der Sports Tourer bestand SALT mit Bravour. Den spätestens seit „Moby Dick“ bekannten Ruf „Wal – da bläst er!“ habe ich in Ellesmere Port nicht vernommen.

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Opel Astra 1.3 CDTI ecoFLEXDer Astra 1.3 CDTI ecoFLEX ist, wie schon im gleichnamigen Beitrag beschrieben, ein Auto mit der Lizenz zum Sparen. Kurz vor den Osterfeiertagen förderte die Typprüfung folgende „amtliche“ Einzelwerte zutage: innerstädtisch 129 g/km CO2 bzw. 4,9 l/100 km und außerstädtisch 97 g/km bzw. 3,7 l/100 km. Das ergibt im kombinierten MVEG-Zyklus 109 Gramm CO2 je Kilometer, was dem Verbrauch von 4,1 Litern Diesel pro 100 Kilometer entspricht.

Der Zyklus ist ein exakt vorgeschriebenes Fahrprofil mit definierten Schaltpunkten. In insgesamt 1.180 Sekunden läuft der Proband über 780 Sekunden hinweg im City- und 400 Sekunden lang im Überland-Modus. Auch die Rahmenbedingungen sind standardisiert. Zu den reproduzierbaren Konstanten gehören: Fahrzeugvorbereitung (Konditionierung), Zuladung, Starttemperatur, um nur einige zu nennen.

Unsere „konservative“, sprich, vorsichtige Vorab-Angabe, die im September 2009 erstmals kommuniziert wurde, lautete auf 4,2 Liter Gesamtverbrauch. Demgegenüber haben also die maßgeblichen Messungen in den Abgashallen unter Aufsicht des TÜV leichte Verbesserungen ergeben. Besser so als andersrum heißt da die Opel-Devise. Wir lassen uns halt gerne positiv überraschen.

Übrigens hat der Astra ecoFLEX auch bei der Höchstgeschwindigkeit – 175 statt 170 km/h – und bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h – 14,5 statt 14,7 Sekunden – mehr zu bieten als vorab veröffentlicht. Leistung und Drehmoment sind unverändert: Der Euro-5-Common-Rail-Turbodiesel bietet 70 kW/95 PS bei 4.000 min-1 und wuchtet zwischen 1.750 und 3.250 min-1 ordentliche 190 Nm auf die Kurbelwelle.

Diagramm des Fahrzyklus Diagramm des Grundstadtfahrzyklus (Teil 1)

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Einmal Automatik, immer Automatik. Wer sich an den Komfort und die schnellen Reaktionszeiten der modernen Aggregate gewöhnt hat, empfindet das „Rühren“ im Handschaltgetriebe samt Kupplungskoordination als Anachronismus. „Von Hand schalten“ kann man im neuen Astra mit Sechsstufen-Automatik auch: Via ActiveSelect-Funktion lassen sich sequenzielle Gangwechsel am Schalthebel initiieren.

Was aber deutlich mehr zählt und den Automatik-Befürworter endgültig zum -Fan macht, ist die Qualität der Schaltstrategie. Und da entscheidet, wie so oft im Leben, der Kopf – in diesem Fall die adaptive elektronische Getriebesteuerung. Adaptiv bedeutet: Im Fahrbetrieb passt sich die große Auswahl vordefinierter Schaltmuster unter Berücksichtigung des Streckenprofils an die persönlichen Vorlieben und Gewohnheiten des Fahrers an.

Signifikant ist in den vergangenen zwei bis drei Jahren der Trend zur Ökonomie. Das heißt, dass Strategiemuster, die in Richtung niedriger Verbrauch und weniger Emissionen gehen, im Steuergerät stärker gewichtet sind. Dazu kommt auf der Hardware-Seite eine entsprechend „lange“ Übersetzungsauslegung. In Summe erreichen wir so das gewünscht niedrigere Drehzahlniveau im Alltagsbetrieb.

Bei den Applikationen für den Astra arbeiteten wir darauf hin, dass Wechsel in die nächsthöhere Schaltstufe möglichst früh erfolgen. Dies aber natürlich, ohne die Fahrbarkeit zu verschlechtern. Stattdessen sollte in jeder zu Grunde gelegten Fahrsituation ein munterer und kräftiger Antriebsstrangeindruck vermittelt werden.

Opel Automatik-SchaltkennlinienDen ursprünglichen Zielkonflikt haben wir durch eine clevere Schaltpunktauswahl gelöst. Ich will versuchen, das dahinter stehende, sehr komplizierte Programm auf einen möglichst einfachen Nenner zu bringen: Bei Konstantfahrt geht’s zügig rauf in die höchste Stufe. „Formuliert“ aber der Fahrer über das elektronische Gaspedal einen bestimmten Beschleunigungs-Anspruch, liest ihm die Getriebesteuerung dank feiner Sensorik und unserer ausgeklügelten Wenn/Dann-Vorgaben den Wunsch quasi vom rechten Fuß ab – und der Automat schaltet rasch die erforderliche Anzahl an Stufen runter.

Unsere intelligente Software erkennt übrigens auch, wenn in der Ruhe die Kraft liegt. Nervöses Hin- und Herschalten ist jedenfalls kein Phänomen, das der Astra Automatik-Fahrer kennt.

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