|
|
Thomas Wanke - 28. Oktober 2009
|
Mit der Fahrzeugsicherheit des neuen Opel Astra beschäftigten wir uns lange bevor der erste Prototyp gegen die Wand gefahren wurde – anhand der Finite Elemente Methode im virtuellen Raum. Neben Know-how erfordert das freilich auch ein gutes Abstraktionsvermögen. In dieser Scheinwelt sind nämlich die unfallrelevanten Komponenten und Baugruppen vereinfacht dargestellt. Abgeleitet von den CAD-Daten haben wir es da mit Schalen-, Balken- und Volumenelementen zu tun. Diesen Elementen werden Materialeigenschaften zugewiesen. Im Team kursieren dann verstärkt Begriffe wie Dehnratenabhängigkeit, Bruchversagen, Ausdünnung und Vorreckung.
Sobald das Berechnungsmodell steht, können wir damit unterschiedlichste Crashkonfigurationen simulieren – ganz ohne Lärm, Splitter und Staub. Die nötigen Rechenoperationen laufen in der Regel über Nacht. Vor wenigen Jahren mussten dazu teure und raumfüllende Großrechner ran. Heute reicht es, einige Hochleistungs-PC miteinander zu verknüpfen. Die zeichnen den konfigurierten Aufprall Millisekunde für Millisekunde auf. Uns stehen dann Animationen, Beschleunigungszeitverläufe, Kraftkurven, Energiebilanzen etc. zur Auswertung und Optimierung zur Verfügung.
Über den Zeit- und Kostengewinn hinaus werden dank dieser Methode die komplexen Crash-Abläufe nachvollziehbar. Die Animationen erlauben den gezielten Blick hinter die Kulissen. Beispielsweise blenden wir Teile aus, um den Fokus auf andere zu richten, oder wir legen Schnitte durch die Deformationsstellen – vergleichbar mit der Computertomographie beim Radiologen. Der Crash lässt sich in beliebig viele Einzelperspektiven aufteilen. Derart flexible Auswertemöglichkeiten bieten die Onboard-Kameras im Realversuch nicht.
Die Animation deutet an, welche Möglichkeiten die heutigen Berechnungsmethoden bieten: So können wir zum Beispiel die komplexe Kinematik des Vier-Gelenk-Motorhaubenscharniers beim 64 km/h-Offset-Crash vom Motorraum aus betrachten und unsere Schlüsse daraus ziehen.
Am 28. Oktober 2009 um 16:26 Uhr
jauh, da geht wohl einiges und spart zeit+kosten an realen crashtests.
Kann mich noch daran erinnern wo man um die Cray/Hochleistungsrechner warb…
Wie schaut denn das reale Bild zu diesem 4-Gelenk da oben aus ?!
Bzw. wann wird der EURO-NCAP-Test veröffentlicht, 5 Sterne sind ja Pflicht und anzunehmen (?)!!
Am 28. Oktober 2009 um 19:08 Uhr
Wie teuer wäre der entstandene Schaden eigentlich in etwa?
Am 28. Oktober 2009 um 19:32 Uhr
@ Timo, das wäre ein wirtschaftlicher und struktureller Totalschaden. Da interessierts niemanden, wie teuer der Schaden wäre, sondern eher, wie hoch der Zeitwert des Fahrzeuges vor dem Unfall gewesen wäre, da so oder so ein anderer Wagen her müsste.
Ich finde es beeindruckend, wie realitätsnah die Simulationen sind, um sozusagen eine möglichst detailierte und realitätsnahe Vorabarbeit zu leisten, bevor teure Prototypen nach einem nur wenige Stunden andauernden Autoleben schon wieder dem Recycling zugeführt werden müssen. Das sah vor 10 Jahren wohl noch ganz anders aus. Die Analogie zur CT finde ich auch sehr interessant. Mich würde interessieren, wie hoch die Fehlerrate, bzw. die Wahrscheinlichkeit unvermutet auftretender Begebenheiten beim ersten realen Test im Vergleich zur Simulation ist.
Am 28. Oktober 2009 um 19:57 Uhr
Ich finde es an sich gut, dass es medienwirksame Crashtests wie den Euro-Ncap gibt. Dass Problem ist aber, dass sich alle Hersteller auf das eine hier getestete Szenario stürtzen (40% Überdeckung, 63km/h,…). Was ist, wenn der Unfall anders abläuft, es gibt unendlich viele Unfallszenarien. Mich würde mal interessieren, wie sicher ein 5-Sterner bei z.B. 68km/h ist, oder wenn den genormte Pfahl vom Seitencrash mal ne andere Form hat.
Für mich ist das zum großen Teil Augenwischerei.
Am 28. Oktober 2009 um 20:26 Uhr
@Herbert,
ok, überzeugt, gerade noch mal das Video genau gesehen, glaube auch das der Motor dabei kaputt geht und das Ding wohl nen wirtschaftlicher Totalschaden sein dürfte
Aber dann bleibt natürlich die Frage nach dem Restwert VOR dem Schaden – aber das sind dann ganz andere Tüten
Mal ne Frage, was passiert mit den Insassen? Ich mein, wie hoch ist die Chance das man sich NICHTS tut? bzw. wie hoch die Chance, dass keine bleibenden Schäden sind?
Am 28. Oktober 2009 um 20:33 Uhr
Naja, gewiss ist es ein optimieren auf gewisse Crash-Anforderungen hin, somit waren/sind die Hersteller aber auch “gezwungen” den allg. Standard aller zu erhöhen !
Das die Realität noch ein vielfaches an Variationen hat, gewiss, wird keiner bestreiten könnne, daher sind die Euro-Ncap + gesetzl. geforderte (!) Tests ja auch eine Bündelung vieler Gegebenheiten auf ein paar vergleichbare Standards.
63, 68,…xx km/h, allein die Physik/kinetische Energie potentiert es und alsbald klappt jede Kiste zusammen.
Siehe ja auch bereits durchgeführte Tests von 5 Sterne Kleinwagen contra 5 Sterne SUV. Partnerschutz nicht zwingend vorhanden, mal abgesehen vom Massen-Unterschied und auch hier wieder Physik ganz nüchtern+brutal.
PS: Und weniger Unfalltote haben wir teils auch der stat. Erfassung, bzw. moderner Gerätemedizin zu verdanken…
Am 28. Oktober 2009 um 20:36 Uhr
Die “Grünen Männchen” beim Euro-Ncap sollten eigentlich soweit gutes verheißen, das man keine bleibenden Schäden hat.
Andererseits, wie angesprochen, ist bei 64 km/h Offset-Crash längstens am Fahrzeug der (finanz.) Totalschaden erreicht, das Fahrzeug hat seine einmalige Aufgaben, hierzu bestmöglichen Insassenschutz, soweit erfüllt.
Am 29. Oktober 2009 um 09:46 Uhr
@Hr. Wanke: Wie verhält sich der Astra-J bei Crashs mit geringer Überdeckung (weniger als 25%) ? Der ADAC-Crashtest im August diesen Jahres hat ja gewisse Verbesserungsmöglichkeiten beim Astra-H aufgezeigt.
Am 29. Oktober 2009 um 10:49 Uhr
Joh (!), genau den Test hatte ich hier (in einem anderen Crash-thread) auch schon mal erwähnt, eine Stellungnahme von Opel beim ADAC oder hier blieb leider bisher aus !
Die Lösung dort schaute opt. nach simplen Abstreifblechen aus, die man wohl unter die Serienkotflügel noch drunter bekam.
Womöglich bringen diese aber auch ein paar “üble” Pfunde auf den Vorderwagen oder sind gar in ihrer Kantigkeit wiederum schlecht für andere Unfallkonstellationen ?!?
Am 29. Oktober 2009 um 11:34 Uhr
Vielen Dank für die Hinweise zum RPF!
Am 29. Oktober 2009 um 17:10 Uhr
Sicherlich kann man jedes Fahrzeug noch verbessern. Sicherlich hat auch jedes Fahrzeug seine Achillesferse. Es wird auch nie das perfekte Auto geben und somit auch nie das für jeden erdenklichen Unfall sichere Auto! Ein Restrisiko bleibt immer. Und jeder Unfall bringt auch neue Erkenntnisse, die dann ja auch wieder in die nächste Fahrzeuggeneration einfließen werden.
Fakt ist, daß die Auto simmer sicherer werden und wenn ich mir so manches Auto anschaue, was hier mal bei uns auf´n Hof steht, dann wundert es mich schon ab und zu, daß die Kunden dort unverletzt ausgesteigen sind!
Am 29. Oktober 2009 um 21:46 Uhr
Neben den strukturellen Maßnahmen und der aktiven Sicherheit hat für mich aber auch der Aspekt der Prävention eine hohe Bedeutung bekommen. Ein sinnvolles Paket zu schnüren, ist hier sicher eines der Ziele bei der Optimierug der Fahrzeugsicherheit.
Pre Safe beispielsweise ist schon eine gute Idee, hier wird der Faherer durch einige Assistenzsysteme sensibilisiert: Müdigkeitsassistent, akustische und optische Warnsignale bis hin zum vollautomatischen Noteingriff… Ich finde das Sinnvoll, weil Kräfte verringert und die Aufmerksamkeit erhöht werden können. Wie weit ist Opel denn in dieser Hinsicht? EInen Spurhalteassitenten bietet man hier ja nun auch an ebenso erhöht die Verkehrszeichenerkennung die SIcherheit. ABer was ist mit Radargestützten Systemen? MB experimentiert mittlerweile gar mit Lufthochdruck in crashrelevanten Teilen: höchste STeifigkeit bei geringem Gewicht. Neben MB bieten ja mittlerweile auch BMW oder Volvo Peräventionssysteme an.
Am 30. Oktober 2009 um 00:36 Uhr
Die Betriebsanleitung ist online!!!
mfG
Am 30. Oktober 2009 um 02:00 Uhr
Hehe, bei myopel wollte ich auch schon längstens mal wieder schauen…
Netter über 200-seitiger Zeitvertreib…;o)
Am 31. Oktober 2009 um 09:25 Uhr
Frage:
Wo finde ich die Betriebsanleitung?
Danke
leznem
Am 31. Oktober 2009 um 10:31 Uhr
Konkret bei: opel.de/myopel.act
registrieren lassen und allerlei steht dir offen.
Am 31. Oktober 2009 um 17:23 Uhr
@Moderator: Wann kann man frühstens mit der ersten Studie/ aussagekräftigen Bildern zum GTC rechnen? Ist bei diesem ein viel geringeres Gesamtgewicht vorgesehen oder wird er auch so viel wiegen wie der Astra J? Ich rechne damit mir im Jahr 2011/2012 ein schönes, bezahlbares Coupe zuzulegen.
Am 31. Oktober 2009 um 18:11 Uhr
@Moderator Ich schließe mich Sievers an. Kann man vielleicht in Genf schon mit einer GTC Studie rechnen? Oder haben sie schon etwas zum GTC herraus bekommen? Es tut mir wirklich leid das ich sie so nerve aber bis 2011 ist es noch so weit und ich platze vor Neugier.
Am 1. November 2009 um 11:12 Uhr
@Moderator, dann sind wir schon zu dritt, schließe mich den Fragen von Sievers und ralle an! Zumal es ja eine Skizze von der Front gibt, aber ein schönes Coupe erkannt man am Heck und der Seitenlinie da wäre eine Skizze zumindest mal angebracht
Am 1. November 2009 um 12:22 Uhr
In der aktuellen “Auto Zeitung” gibt es Bilder vom ST, OPC und TT!
Laut der Zeitschrift hat der ST mehr (!!!) Laderaum als der Insignia ST. Vom OPC gibt es nur ein Bild von vorn wo man nicht so richtig viel erkennt.
Und der TT soll wieder ein Stoffverdeck bekommen was ich sehr schade finde.
Am 1. November 2009 um 18:34 Uhr
@ Matze: Na ja. Die Klappdächer waren ein modischer Hype. Sehr anfällig und schwer. Ich habe auch gegen ein schickes Stoffverdeck nichts einzuwenden.
Am 1. November 2009 um 20:15 Uhr
“ein modischer Hype”, naja, mancher hersteller hat wohl damit gerungen, der vor-/nachteile wegen….andererseits folgt auch schon die 3.generation bei anderen.
aber man kann auch mit stoff technisch und marketing gemäß voll dabei sein ! bzw. bedarfs-/klassenübergreifend beides bieten ! oder sogar bei einem einzigem modell sogar (mx-5 !)!
@Matze: du meinst die printausgabe ?…na dann mal morgen schaun, wird halt eine prognosen/fake vom verlagsdesigner sein..
Am 1. November 2009 um 22:20 Uhr
@matze In der Auto Zeitung steht auch drin das der ST einen 10cm längeren Radstand als die limosine hat, das wage ich arg zu bezweifeln den dann hätte der Astra ST mehr Radstand als die Insignia Modellreihe.
Am 1. November 2009 um 22:49 Uhr
Joh, so´n Radstandwuchs würde ich eher dem neuen Zafira(-C) zutrauen, wenn man bedenkt wie der Meriva(-B) gewachsen ist, seufz (!)
Am 1. November 2009 um 23:38 Uhr
Wenn die Gerüchte denn stimmen beglückwünsche ich Opel zur Stoffverdeck-wahl. Was man nicht hat, macht auch keine Schwierigkeiten @ Mechanik im Klappdach. Zumal die schönsten Cabrios ein Stoffverdeck haben (die meisten).
Allerdings ist auf die Autobild nicht viel zu geben
Am 2. November 2009 um 09:16 Uhr
@ jaesche: Wobei Opel einer von ganz wenigen Herstellern war, der es geschafft hatte, mit dem Astra TT einen sehr ansehnlichen Convertable ohne überdimensionalen Heckdeckel und mißglückten Proportionen zu zeichnen und zu bauen. Allerdings hatte mich das Dach im Innenraum im geschlossenen Zustand nicht überzeugt. Da war ziemlich viel Mechanik sichtbar. Das hatte VW, obwohl außen wiederrum optisch längst nicht so gut gelungen im Innern wiederum deutlich eleganter gelöst. Allerdings war das dach auch noch mal deutlich anfälliger.
Am 3. November 2009 um 15:05 Uhr
Soso, diese Briefmarkenbildchen i.d. Autozeitung, naja, teils schon gähn-bekanntes Fake (ST), bzw. mal so irgendwie die bekannte Opel-(Coupé-)Skizze gepimpt oder Dach ab und Cabrio betitelt.
Demnach der ST mit 4.60m und der Zafira-C mit 4.55m jew. knapp 10 cm länger zum entspr. Vorgänger. Wären wohl beide der genannten Radstanderweiterung zuzutragen, bzw. dann 1600 Liter für den ST (im nüchternen Vgl. zum Insignia dann schon krass !)
@Mod:
Da würden mich anhand der 5-T, Astra-H/-J-Vergleich mal deren Überhänge an Bug und Heck interessieren ! (L / B / H / Radstand sind ja bereits oft in Gebrauch)
Am 3. November 2009 um 15:12 Uhr
Ergänzung: Beim ST kämen zu den +10cm Radstand auch fast +10cm hinterer Überhang ggü dem 5-T hinzu, um letztlich von 4.41m auf 4.60m zu wachsen, bei üblich-unterstelltem gleichem Bug bis B-Säule.
Am 4. November 2009 um 15:54 Uhr
Opel muss bei GM bleiben – schade …
Am 4. November 2009 um 17:35 Uhr
Naja, hauptsache man weis jetzt endlich was Sahe ist und das es weiter geht, wenn auch , das muss man leider sagen, wahrscheinlich nicht wenige dafür ihren Arbeitsplatz verlieren werden.
ABER: Vergessen was dahinten ist und positiv nach vorne schauen!
Habe heute meinen Astra Cosmo bestellt, mit LT 51 KW, echt super das Auto!
LG Basti
Am 5. November 2009 um 07:01 Uhr
@Basti,
Was für ein Astra ist das? 51 KW?
Am 5. November 2009 um 10:19 Uhr
KW = Kalenderwoche ist gemeint (Woche vor Weihnachten !),
denn von einer 69.36 PS-Version ist mir auch nix bekannt ;o)
Am 5. November 2009 um 14:32 Uhr
@ Herbert: Dank hoher Simulationsgüte und robuster Strukturkonzepte konnten wir eine stabile Fahrgastzelle mit effizienten Knautschzonen realisieren, die schon beim ersten “echten” Crashtest wie geplant funktionierte.
Am 5. November 2009 um 17:07 Uhr
Jepp, 51 Kalenderwoche war gemeint.
LG
Am 14. November 2009 um 16:55 Uhr
@Matze, Ralle, Didi
Habe grade auf autozeitung.de geschaut, den Astra GTC 2011 den man dort zeigt hat wohl nix mit der Realität zu tun oder was meint ihr?
Ok von vorne schon vorstellbar aber sonst-der neue Astra hat doch viel weichere und muskulösere Formen.
Gibt es sonst noch Bilder zu sehen?
Am 15. November 2009 um 18:47 Uhr
jepp, ist halt ein fake, freilich mit ein bißchen halbwissen/spekulation/bekannter skizze gepimpt.
und die ganz genauen details einer karosserie sind ja auch erst
live richt “erfassbar”, wenn überhaupt richtige fotos entsprechend ausgeleuchtet es wiedergeben könn(t)en…
Am 16. November 2009 um 09:03 Uhr
@Acqui Der Fake in der autozeitung ist mehr als lachhaft wie didi schon sagt halbwissen/spekulation.
Am 18. November 2009 um 20:38 Uhr
@ralle, didi
danke für eure Meinung, da gab es wirklich schon coolere Bilder nach denen ich mir glatt einen bestellt hätte, wie auf automotorsport.de, der silbergraue z.b. der als Cali Nachfolger oder GTC genannt wurde… diese geile Form würde zu Opel passen wenn ich mir als vergleich den Insignia OPC anschaue mit seiner geilen muskolösen Front…
@ Moderator:
Hoffe Opel bzw. die Designer schwächeln jetzt nicht und bringen echt ein geiles Coupe was in die Geschichte wie Manta Calibra eingeht..