Monatsarchiv für September 2009

Der Astra soll aus unserer Sicht vor allem eines sein: leise. Gleichzeitig soll er „gut“ klingen. Das gilt nicht nur für den Motor, sondern auch für einzelne Komponenten, die mit dem Antrieb so direkt gar nichts zu tun haben. Aber – was ist „gut“? Fragt man die Marketing-Kollegen, erhält man Aussagen wie: „Sportlich, kraftvoll, gediegen, unaufdringlich, dynamisch …“ Damit kennen wir die Grobrichtung.

Zum Ziel kommen wir mit Hilfe der „grünen Männchen“. Die heißen bei uns so, weil sie schon recht außerirdisch wirken. In den „Ohren“ dieser grauen Kunstköpfe sitzen hochempfindliche Mikrofone. Damit lassen sich Geräusche so aufnehmen und wiedergeben, wie sie von einem Menschen wahrgenommen werden. Um zum gewünschten Sound zu gelangen, schließen wir die grünen Männchen mit der „Binauralen Transferpfad Analyse und Synthese“ (BTPA/BTPS) zusammen. So können wir nicht nur zwischen Körperschall und Luftschall unterscheiden, sondern wir bekommen alle möglichen Übertragungspfade vor Augen geführt – beim Gesamtfahrzeug sind das Motor, Motorlager, Ansaugung, Auspuff, Fahrwerk, Karosserie, Leitungen, … Die Liste ist erweiterbar bis hin zu Modellen mit über 50 Transferpfaden.

Dank der Transferpfad-Modelle wird deutlich, an welcher Schraube wir drehen müssen (manchmal im wahrsten Sinne des Wortes), um den Zielwert zu erzeugen. Die entsprechenden Änderungen nehmen wir zunächst virtuell vor. Das Ergebnis hören wir ab. Sobald unser Herr der grünen Männchen, Stéphane Richter, zufrieden ist und der gewünschte Klang ertönt, gehen wir abgeleitet von der Konfiguration des Transferpfad-Modells ans echte Fahrzeug ran. So funktioniert bei uns Sound-Engineering.

Kunstkopf HMS IV von HEAD acoustics Sound-Engineering mit BTPA/BTPS beim neuen Opel Astra Kunstkopf HMS IV flash von HEAD acoustics

Hardware-in-the-Loop-Tests für den neuen Opel AstraIm Beitrag Sezierte Dauerläufer habe ich die Validierung „echter“ Motoren auf „echten“ Straßen vorgestellt. Parallel dazu setzen wir verstärkt auf Simulation. Beispiel HiL, ausgeschrieben „Hardware in the Loop“. Hier gaukeln die Computer (links im Schrank) dem „echten“ Motorsteuergerät mit Hilfe elektrischer Signale einen bestimmten Motor in einem bestimmten Auto auf einer bestimmten Strecke in Fahrt vor. Dazu spielen wir via MATLAB und CANoe (rechts im Bild) eine praxisnahe Netzwerkstruktur um das Steuergerät herum ein.

Ein Riesenvorteil von HiL ist, dass der Testkandidat auf verschiedene Motor- und Fahrzeugzustände (auch Grenzbereiche) hin schnell und reproduzierbar überprüft werden kann. So validieren wir sehr früh neue Entwicklungen wie Diagnosefunktionen oder das Zusammenspiel von Motorsteuergerät und ABS/ESP, ohne jedes Mal ein „echtes“ Auto bestücken und auf die Teststrecke schicken zu müssen.

Das Motorsteuergerät ist schon eine sehr komplexe Komponente, an die hohe Anforderungen gestellt werden. Dies sind:

  • Die sehr hohe Anzahl elektrischer Ein-und Ausgänge für Stromversorgung, Sensoren und Aktuatoren – beim 1.7 CDTI über 150.
  • Die einwandfreie Funktion bei Wind, Wetter und Vibrationen. So reicht zum Beispiel das Spektrum der tolerablen Umgebungstemperaturen von unter -35 °C bis über 100 °C.
  • Die Zuverlässigkeit in der Kombination mit anderen Steuergeräten (CAN = Controller Area Network). Temporäre extreme Signalstärkenschwankungen wie im WLAN oder im Mobiltelefonnetzwerk sind keine Option.

Im Bild von links Karsten Brosseit, Thorsten Michel und ich bei letzten Checks.

Immer nur virtuell ist auch nix. Man will ja auch mal wissen, was das für Leute sind, die da als Blog-Kommentierer oft mehr über unsere Autos wissen als so mancher Opelaner. So kam es denn zu einem IAA-Treffen zwischen Blog-Machern und „didi“ – wir freuen uns, dass es ihm gefallen hat und posten hier die Eindrücke, die uns der Gast gesendet hat.

Astra la vista

Astra-Blog-User didiHalle 8, Opel-Stand in Sichtweite, da werde ich schon mit „didi“ herzlichst begrüßt.

Der Astra-Blog-Stab ist versammelt und was dazu Rang+Namen hat, schenkt mir vollste Aufmerksamkeit. Ok, mal abgesehen von den Herren Forster, Henderson, Demant, mit ihren (wichtigen) Themen, ca. 2 m nebendran.

Zum Wesentlichen, was bietet der neue Star der Straße. Platz !

Vorn kann ich endlich ganz souverän meine 1,98 m unterbringen – und was die satte Chrom-Fenster-Linie an flotter Coupé-Form vorheischt, lässt mir dennoch auch hinten genug Kopfhöhe. Toll !

Beat Finkbeiner zeigt mir in klassischer Handbewegung eines Designers die Darbietung von plastischen Autoblechformen (s. auch Astra Visualizer Show by Mark Adams ;o) Alex Regné Gläser schwelgte beim 2.0 CDTI – oder war’s gar noch mehr… Doch auch mit dem 1.3er käme man vom Fleck, betont er.

Die Blog-Macher berichten vom tapferen Aufbau und den Anfängen des Blogs. Wohl nicht der letzte (Streich), denn der Meriva folgt…

Dem ASTRA wünsche ich viel Erfolg !!!

Er begeistert bereits im/am Stand und hat seine Aufmerksamkeit so schon sicher. Wie mir auffiel, auch die Aufmerksamkeit von Herrn Carl Hahn (ehem. VW-Chef), am Wagen verweilend.

Wir leben Autos. Es steckt wohl viele an. ;o)

Astra-Blog-User didi im neuen Opel Astra Astra-Blog-User didi im neuen Opel Astra
Astra-Blog-User didi mit Beat Finkbeiner am Vauxhall Astra Astra-Blog-User didi mit Alex Regné Gläser

Die Autos sind enthüllt, der Lack ist auf Hochglanz poliert, Journalisten und sogar die Kanzlerin waren schon da. Jetzt freuen sich die Kollegen am Opel-Stand in Halle 8 auf den Publikumsansturm. Einen Vorgeschmack gab es – wie unser Foto zeigt – bereits am ersten Fachbesuchertag. Das Blog-Team wünscht allen IAA-Besuchern viel Spaß.

Ansturm auf den neuen Opel Astra

Countdown zur Weltpremiere des neuen Opel Astra

Nun ist es endlich so weit. Der Opel Astra hat seine Weltpremiere auf der IAA. Daneben gibt es auf der Show noch zwei weitere Schwerpunkte: Den Insignia (vor allem Insignia OPC) und den elektrischen Ampera (übrigens ziemlich spektakulär in Szene gesetzt).

Natürlich ist der Astra der Star: Fünf Fahrzeuge in verschiedenen Farben stehen im Mittelpunkt unseres Stands in Halle 8. Die Filme, die ein entscheidender Teil der Inszenierung sind, habe ich gestern Abend abgenommen. Ich kann nur sagen: Hoher Entertainmentfaktor.
Aber unsere Zufriedenheit als Insider zählt natürlich nur, wenn auch unsere Standbesucher zufrieden sind – deshalb sind wir auf Publikumskommentare gespannt und würden uns freuen, wenn wir hier im Blog Rückmeldungen bekämen.

Ach ja, eines noch: Unbedingt auch die interaktiven Displays ausprobieren!

IAA, Halle 8.

Weltpremiere des neuen Opel Astra

[Nachtrag: Die Bühne gegen Abend, als sich der Weltpremieren-Trubel gelichtet hatte.]

In wenigen Tagen – pünktlich zur Weltpremiere auf der IAA – wird ein neues „Web Special“ zur Markteinführung des neuen Astra online gehen. Neben Produktinformationen und Entertainment-Inhalten wird die Website eine ganz besondere Applikation bieten: den Opel Astra Visualizer.

Hier erklärt Designchef Mark Adams den Astra. Und nicht nur das. Der Benutzer kann selbst in die Präsentation einsteigen, seine Präferenzen hinsichtlich Farben, Rädern und Innenraum wählen – und damit quasi mit Mark Adams in Interaktion treten. Wirklich informativ – und natürlich auch unterhaltsam.

Opel Astra Visualizer Opel Astra Visualizer Opel Astra Visualizer

In unserem „Making Of“ kann man schon mal einen Blick in die Entstehung dieser interaktiven Anwendung werfen. Wir im Opel-Marketing sind gespannt, denn diese Form der digitalen Kommunikation ist neu und legt die Messlatte nach dem erfolgreichen Opel Insignia Visualizer wieder ein Stückchen höher. Viel Spaß!

Mein Name ist Thomas Wanke, ich bin Entwicklungsverantwortlicher für Fahrzeugsicherheit. Nachdem mein Kollege Jürgen Peitz schon die „Low-Speed-Crashtests“ beschrieben hat, wobei es unter anderem um Reparaturfreundlichkeit ging,  möchte ich unsere Arbeit am Gesamt-Sicherheitskonzept beschreiben.

Bei aller Computertechnik immer noch unverzichtbar: Der Crashtest mit dem auf 64 km/h beschleunigten Auto. Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl und wird nie zur Routine.

Sicherheitstor vor dem Barriereblock zu, Spots für die Hochgeschwindigkeitskameras an. Im Messelektronikraum herrscht höchste Konzentration – nicht nur das Zugseil ist gespannt. Dann das ohrenbetäubende Signal, Blinklicht, die Seilwinde jault auf.

Jetzt muss der erste Crashprototyp des neuen Astra zeigen, was er kann: Probe aufs Exempel nach jahrelanger Vorarbeit mittels Simulation und CAD. Die Winde beschleunigt den Wagen, dann taucht der Prototyp kurz vor dem Zuschauerraum auf, bevor er mit 40 Prozent Überdeckung in die deformierbare Barriere knallt. Der Krach geht durch Mark und Bein.

Es folgt ein kollektives Aufatmen der Zuschauer, alles Ingenieure aus verschiedenen ITEZ-Fachabteilungen. Die Vorbau-Knautschzone hat innerhalb von 100 Millisekunden gute Arbeit geleistet: Fahrgastzelle ohne Deformationen, Airbags gezündet, Türen frei und von Hand zu öffnen. Jetzt geht es an die Analyse – über Details werde ich hier im Blog in den nächsten Wochen berichten.

Astra Crashtest bei - 4 ms Astra Crashtest bei 110 ms Astra Crashtest bei 400 ms

Markus Hofmann am Astra-IV mit 1.4 Turbo Ich bin den 1.4 Turbo dieser Tage in einem IV und in einem PPV als Sechsgang-Schalter und mit der Sechsstufen-Automatik gefahren. Auf der Rundbahn in Dudenhofen stand eine Volllast-Beurteilung an. Wir haben 0 bis 100 km/h, 40 bis 120 im vierten Gang, 80 bis 120 im fünften sowie Topspeed im fünften und im sechsten Gang gemessen.

Solange die Daten noch nicht homologiert sind, will ich hier vor allem einige subjektive Eindrücke schildern. Genauere Infos zum Triebwerk und seiner Entwicklung wollen demnächst die Kollegen aus der Motorenentwicklung hier im Blog beisteuern.

Das Wichtigste vorweg: Dieser Motor passt hervorragend zum neuen Astra. Wer Benziner mag, trifft damit meiner Meinung nach die beste Wahl. Der Saugrohreinspritzer ist ein mehr als vollwertiger Ersatz für den 1,8-Liter-Sauger. Bei identischer Leistung, 140 PS, liefert der Downsizing-Motor ein höheres Drehmoment, nämlich 200 Nm, und das in einem Bereich von etwa 1.900 bis 4.900 min-1. Außerdem sinken Realverbrauch und CO2 um fast 20 Prozent gegenüber der Referenz.

Auf einer Extra-Testfahrt mit viel Autobahnanteil war ich mit dem 1.4T Automatik unterwegs und musste dazu eine bei uns so genannte „Bewertung aus Kundensicht“ abgeben. Sie fiel sehr positiv aus: Angenehmer, weil leiser und vibrationsarmer Reisewagen; gelungene Motor/Getriebeabstimmung mit praxisgerechtem Schongang, spontanes Ansprechverhalten bei Leistungsanforderung; souveräner Durchzug in allen Lebenslagen; Fazit: Sparsamer Gleiter mit sportlichen Anlagen.